Helmut Kohl
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Helmut Kohl - forEhemaliger deutscher Politiker - Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ('Kanzler der Einheit', 1982-1998). / German conservative politician and statesman.
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Helmut Kohl
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Biography |
GER: Helmut Josef Michael Kohl (* 3. April 1930 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein ehemaliger deutscher Politiker der CDU. Er war von 1969 bis 1976 Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz und von 1982 bis 1998 der sechste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Von 1973 bis 1998 war er Bundesvorsitzender seiner Partei, danach bis 2000 deren Ehrenvorsitzender.
Kohl war in den 1970er-Jahren einer der jüngsten CDU-Spitzenpolitiker und reformierte als CDU-Bundesvorsitzender seine Partei, der 1969 erstmals im Bund die Oppositionsrolle zugewiesen worden war. 1976 erzielte Kohl als Spitzenkandidat der Union aus CDU und CSU mit 48,6 Prozent der Stimmen das zweitbeste Ergebnis für die Union und überhaupt einer Partei in der Geschichte der Bundestagswahlen, konnte aber die Regierung Schmidt nicht ablösen. Trotz dieser Niederlage gab er sein Amt als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident auf und übernahm als Oppositionsführer im Deutschen Bundestag den Vorsitz der CDU/CSU-Fraktion.
Dabei kam es in den folgenden Jahren zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem Vorsitzenden der CSU, dem bayrischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, um die Führungsrolle in der Union, wobei Strauß seinen Rivalen Kohl des Öfteren öffentlich vehement abqualifizierte und ihm Führungsqualitäten und die Befähigung für das Amt des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland absprach; 1980 verzichtete Kohl auf eine erneute eigene Kandidatur als Bundeskanzler und überließ stattdessen Franz-Josef Strauß diese Position, wenngleich er für diese offiziell den niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht als Kanzlerkandidaten gegen die Kandiatur von Strauß durchzusetzen versuchte, was nicht gelang.
Der Verzicht auf eine eigene Kandidatur erwies sich im Nachhinein als kluger politischer Schachzug Kohls, um seinen Widersacher Strauß als Rivalen um das mächtigste Amt im Staat auszuschalten. Have you voted for or against Helmut Kohl ? Kohl war überzeugt, dass Strauß als Bundeskanzler für die Mehrheit der Deutschen nicht wählbar war. Dennoch unterstützte er Strauß im Bundestagswahlkampf 1980 mit großem persönlichen Engagement und demonstrierte Solidarität gegenüber der CSU. Diese hatte nach der Bundestagswahl 1976 auf Betreiben von Strauß mit den Beschlüssen von Wildbad Kreuth (Kreuther Trennungsbeschluss) versucht, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag aufzukündigen.
Kohls Kalkül ging auf; Strauß legte 1980 das bis dahin schlechteste Wahlergebnis der Union bei einer Bundestagswahl hin, konzentrierte sich fortan auf sein Amt als bayerischer Ministerpräsident und konnte nun nicht mehr wie zuvor wirkungsvoll Störfeuer gegen Kohl nach Bonn senden. Kohl war es damit nach seinem Ultimatum gegen die Beschlüsse von Wildbad Kreuth, als er Strauß gedroht hatte, mit seiner CDU in Bayern „einzumarschieren“, zum zweiten Mal und diesmal endgültig gelungen, seinen „Männerfreund“ und Widersacher Strauß für eine künftige erneute eigene Kanzlerkandidatur, die Kohl niemals aus dem Auge verloren hatte, als Rivalen auszuschalten.
Während Strauß sich danach auf der politischen Rechten profilierte, wollte Kohl durch einen gemäßigten Kurs die Mitte ansprechen und die FDP aus der Koalition mit der SPD lösen. Dies gelang ihm 1982, als eine CDU/CSU-FDP-Koalition Kohl zum Bundeskanzler wählte. Has changed the detail your opinion on Helmut Kohl ? Kohl sprach von einer geistig-moralischen Wende und gab an, den Leistungsgedanken stärker betonen zu wollen. Neben der europäischen Einigung sah Kohl die Deutsche Wiedervereinigung als wichtiges Ziel an. Davon abgesehen war Kohl eher pragmatisch und folgte den politischen Tendenzen in seiner Partei bzw. in der Koalition.
Kohl gestaltete den Prozess der Wiedervereinigung 1989/1990 entscheidend mit und gilt deshalb als ein Vater der Einheit. Umstritten blieb er wegen der CDU-Spendenaffäre, durch die er 2000 den Ehrenvorsitz seiner Partei verlor: Kohl hatte für seine Partei Großspenden angenommen, die Namen der Spender aber illegalerweise nie genannt. Have you read details about Peter Harry Carstensen ? Kohl, der in besonderem Maße Gegenstand von Satire wurde, hat in ebenso besonderem Maße nationale und internationale Auszeichnungen erhalten.
ddElternhaus [Bearbeiten]
Helmut Kohl wurde 1930 als drittes Kind des Finanzbeamten Hans Kohl (1887–1975) und dessen Frau Cäcilie, geb. Schnur (1891–1979), im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim geboren; dort steht in der Hohenzollernstraße sein Geburtshaus noch heute und auf dem Friesenheimer Friedhof befindet sich auch das Familiengrab der Kohls, in dem neben Kohls Eltern auch Kohls erste Ehefrau Hannelore nach ihrer Selbsttötung beigesetzt wurde.
Kohl wuchs zusammen mit seiner Schwester Hildegard (1922–2003)[1] und seinem Bruder Walter (1926–1944) in einer konservativ-katholisch geprägten Familie auf.[2] Die Geschwister verbrachten ihre Kindheit und Jugendzeit in Friesenheim. Über die Beziehung Kohls zu seiner älteren Schwester ist wenig bekannt; eines der einschneidendsten Ereignisse in der Jugend Kohls war hingegen der frühe Tod seines Bruders Walter, den er stets sehr verehrt hatte[3] und der im November 1944 als Soldat bei einem Tieffliegerangriff in Haltern nahe Münster ums Leben gekommen war.[3]
Schulzeit/Studium [Bearbeiten]
Kohl besuchte ab dem 1. April 1936 in Ludwigshafen-Friesenheim die Grundschule „Ruprechtschule“ und seit dem Kriegsjahr 1940 die dortige Oberrealschule - das heutige Max-Planck-Gymnasium Ludwigshafen-Friesenheim. Als 14-Jähriger wurde Kohl in einem Ludwigshafener Feuerlöschtrupp eingesetzt und danach per Kinderlandverschickung nach Erbach im Odenwald und später nach Berchtesgaden verbracht.[2] Dort erhielt er als Mitglied der Hitlerjugend eine vormilitärische Ausbildung.[4] Zum Einsatz als Flakhelfer kam es nicht mehr.[4][5] Von Berchtesgaden lief er ab Ende April 1945 mit drei Schulkameraden zu Fuß nach Ludwigshafen, wo er im Juni ankam.[2] Da die zuvor besuchte Oberrealschule zunächst geschlossen war, begann Kohl im August 1945 eine landwirtschaftliche Lehre.[2] Im November 1945 konnte er wieder an die Oberrealschule zurückkehren und legte dort im März 1950 sein Abitur ab.[2]
Zum Sommersemester 1950 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften und Geschichte in Frankfurt am Main, das er zum Wintersemester 1951/52 an der Universität Heidelberg fortführte;[2] dort schloss er 1956 sein Magister-Studium in den Hauptfächern Geschichte und Staatswissenschaften mit dem akademischen Grad Magister Artium ab. Can Helmut Kohl have an influence on Peter Harry Carstensen ? Daneben arbeitete er bereits als Werksstudent im Ludwigshafener Chemieunternehmen BASF. Nach dem Studium trat er eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alfred-Weber-Institut der Universität Heidelberg an. 1958 promovierte er mit der Dissertation Die politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien nach 1945 bei Walther Peter Fuchs (1905–1997) zum Dr. phil. Anschließend wurde er in seiner Heimatstadt Direktionsassistent bei einer Eisengießerei und 1959 Referent beim Verband der Chemischen Industrie.
Privatleben
1960 heiratete Kohl die Fremdsprachensekretärin Hannelore Renner (1933–2001), die er seit 1948 kannte. Did you know that Helmut Kohl is popular at 54% of voters?? Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Walter (* 1963) und Peter Kohl (* 1965) hervor. In den folgenden Jahrzehnten war Kohl stets darauf bedacht, ein heiles Familienleben zu inszenieren. Seit Beginn der 1970er-Jahre verbrachten seine Frau und er ihren vierwöchigen Sommerurlaub stets in St. Gilgen am Wolfgangsee, Österreich, in den ersten Jahren auch mit den beiden Kindern und immer in demselben Haus direkt am See. Sommerinterviews aus den Ferien und gestellte Pressebilder einer anscheinend intakten Familie gehörten zum Programm. Kohls Sohn Walter korrigierte in einem Buch später dieses Bild. Hannelore Kohl nahm sich am 5. Juli 2001 im Alter von 68 Jahren das Leben, nachdem sie zuvor jahrelang zurückgezogen gelebt hatte, angeblich hatte sie unter einer Lichtallergie gelitten.
Rund fünfeinhalb Jahre nach Ende seiner Kanzlerschaft, am 4. März 2004, stellte Kohl den ersten Teil seiner Memoiren unter dem Titel Erinnerungen, 1930–1982 vor. Der zweite Teil über die Regierungsjahre bis 1990 erschien am 3. November 2005, der dritte Teil über die Jahre bis 1994 am 16. November 2007. Ein abschließender vierter Band ist geplant.
Im Frühjahr sowie im Herbst 2007 musste sich Kohl zwei Knieoperationen unterziehen, bei denen ihm künstliche Gelenke eingesetzt wurden. Er befand sich noch in der Rehabilitation, als er sich am 23. Februar 2008 bei einem Sturz in seinem Haus ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog, das noch in derselben Nacht operiert werden musste. Seitdem benutzt er bei öffentlichen Auftritten einen Rollstuhl.
Am 8. Mai 2008 heirateten er und Maike Richter (* 1964), mit der er seit 2005 in einer festen Beziehung lebt, in der Kapelle einer Reha-Klinik in Heidelberg im engsten Freundeskreis. Die beiden Söhne Walter und Peter waren nicht eingeladen. Trauzeugen waren der Medienunternehmer Leo Kirch und Bild-Chefredakteur Kai Diekmann. Maike Richter hatte Kohl im Kanzleramt kennengelernt, wo die promovierte Volkswirtin von 1994 bis 1998 als Beamtin in der Wirtschaftsabteilung arbeitete.
Kohl lebt im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim und in Berlin.
Kanzler - Wahl und Auflösung des Bundestages
Nach dem Bruch der von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführten sozial-liberalen Koalition am 17. September 1982 infolge schwerwiegender Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik nahmen FDP und CDU/CSU am 20. September 1982 Koalitionsgespräche auf. Anlass für den Bruch war u. a. ein Strategiepapier der FDP, das von Otto Graf Lambsdorff ausgearbeitet worden war und neoliberale Positionen zur Reform des Arbeitsmarkts enthielt (siehe Wende).
Kohl wurde für das Amt des Bundeskanzlers nominiert und am 1. Oktober 1982 im Rahmen des ersten erfolgreichen konstruktiven Misstrauensvotums in der Geschichte des Bundestages gegen den amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt zum sechsten Bundeskanzler gewählt. Bundesaußenminister wurde, wie bereits in der sozial-liberalen Koalition, Hans-Dietrich Genscher. Der Koalitionswechsel war innerhalb der FDP sehr umstritten.
Da die FDP mit einer Koalitionsaussage zugunsten der SPD in den Wahlkampf 1980 gegangen war, wurde eine fehlende materielle Legitimation behauptet; formal war der Schritt aber verfassungskonform. Hinzu kam, dass Kohls Kanzlerschaft nicht aus Bundestagswahlen hervorgegangen war. Darum stellte Kohl im Bundestag die Vertrauensfrage, über die am 17. Dezember 1982 entschieden wurde. Nachdem die Regierungskoalition am Tag zuvor mit breiter Mehrheit den Bundeshaushalt für 1983 verabschiedet hatte, enthielt sich die Mehrzahl der Abgeordneten der Regierungskoalition vereinbarungsgemäß der Stimme, wodurch das gewünschte Ergebnis zustande kam: Keine Mehrheit für den Bundeskanzler und damit die Möglichkeit, dem Bundespräsidenten die Auflösung des Parlamentes vorzuschlagen. Nach längerem Zögern entschied sich Bundespräsident Karl Carstens im Januar 1983 für die Auflösung des Bundestags und die Ausschreibung von vorgezogenen Neuwahlen für den 6. März 1983. Gegen diese Vorgehensweise klagten einige Abgeordnete vor dem Bundesverfassungsgericht. Dieses entschied aber, dass die Auflösung des Bundestages verfassungsgemäß erfolgt sei.
Die ersten Jahre der Kanzlerschaft
Bei der Bundestagswahl am 6. März 1983 gewann die Koalition aus CDU/CSU und FDP mit Stimmengewinnen für die CDU/CSU (48,8 Prozent, +4,3 Prozentpunkte) und deutlichen Stimmenverlusten für die FDP (7,0 Prozent, −3,6 Prozentpunkte) die Mehrheit der Sitze im Bundestag. Kohl, der zwischen 1976 und 1998 sechsmal als Kanzlerkandidat antrat, erzielte sein bestes Wahlergebnis und außerdem das zweitbeste der Unionsparteien in der Geschichte der Bundesrepublik. Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten war der ehemalige Bundesjustizminister und Münchener Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel.
In den ersten Jahren seiner Amtszeit setzte Kohl den noch unter der Regierung Schmidt gefassten NATO-Nachrüstungsbeschluss gegen den Widerstand der Friedensbewegung durch.
Im Zuge der Flick-Affäre um illegale Zahlungen des Flick-Konzerns an deutsche Politiker wurde Kohl durch wg. Kohl-Eintragungen im sichergestellten Kassenbuch belastet. Im Untersuchungsausschuss des Bundestags und des Mainzer Landtags sagte Kohl die Unwahrheit in Bezug auf seine Kenntnis des Zwecks der Staatsbürgerlichen Vereinigung als Spendenbeschaffungsanlage und entging nach einer Anzeige von Otto Schily nur knapp einem Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage. Kohls Parteifreund Heiner Geißler verteidigte ihn später mit dem berühmt gewordenen Kommentar, er habe wohl einen „Blackout“ gehabt.
In Israel sprach er am 24. Januar 1984 vor der Knesset über die ihm zuteil gewordene „Gnade der späten Geburt“, der Satz selbst stammte von Günter Gaus.
Am 22. September 1984 trafen sich Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand am Ort der Schlacht um Verdun, um gemeinsam der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken. Das Foto ihres minutenlangen Händedrucks wurde ein Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung. Kohl und Mitterrand wurde in den folgenden Jahren ein besonders enges Vertrauensverhältnis nachgesagt. Sie brachten gemeinsame Projekte wie das Eurokorps und den Fernsehsender ARTE auf den Weg. Auch Fortschritte der europäischen Einigung wie der Vertrag von Maastricht und später die Einführung des Euro wurden wesentlich der engen deutsch-französischen Zusammenarbeit zugeschrieben.
Am 5. Mai 1985 legte Kohl gemeinsam mit US-Präsident Ronald Reagan in Bitburg einen Kranz auf dem dortigen Soldatenfriedhof nieder. Dies wurde in Teilen der deutschen und amerikanischen Öffentlichkeit heftig diskutiert, weil dort auch Angehörige der Waffen-SS beerdigt sind.
Bei der Bundestagswahl 1987 wurde Kohl im Amt bestätigt. Gegenkandidat der SPD war der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau.
Im September 1987 besuchte Erich Honecker, Staatsratsvorsitzender und Generalsekretär des ZK der SED als erster DDR-Staatschef die Bundesrepublik Deutschland und traf dabei am 7. September mit Kohl in Bonn zusammen. Dabei sprach Honecker eine Einladung zum Besuch der DDR an Kohl aus.
Der „Kanzler der Einheit“
Kohl unternahm als erster deutscher Bundeskanzler eine Privatreise in die DDR. Im Mai 1988 besuchte er spontan und ohne Begleitschutz für drei Tage mit seiner Frau und dem Sohn Peter einige Städte. Später bezeichnete er diese Reise als eine der bewegendsten seines Lebens.
Nachdem sich der Zusammenbruch der DDR abzeichnete und die Berliner Mauer am 9. November 1989 gefallen war, legte Kohl ohne vorherige Absprache mit dem Koalitionspartner und den westlichen Bündnispartnern am 28. November 1989 im Deutschen Bundestag ein „Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“ vor. Am 18. Mai 1990 wurde der Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der DDR unterzeichnet. Gegen den Widerstand des Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl hatte Kohl darin einen Umtauschkurs von Mark der DDR in D-Mark von 1:1 bei Löhnen, Gehältern, Mieten und Renten durchgesetzt. Dies erwies sich später als starke Belastung für die Betriebe der Neuen Bundesländer. Gemeinsam mit Außenminister Hans-Dietrich Genscher erreichte Kohl zusammen mit dem letzten und einzig demokratisch gewählten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière in den sogenannten Zwei-plus-Vier-Gesprächen mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs deren Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands in Form des Zwei-plus-Vier-Vertrags und die Einbindung des wiedervereinigten Deutschlands in die NATO.
Die Deutsche Einheit stärkte Kohls Position in der CDU. 1989 war es ihm auf dem Parteitag in Bremen nur mühsam gelungen, einen „Putschversuch“ seiner innerparteilichen Widersacher um Heiner Geißler, Rita Süssmuth und Lothar Späth abzuwehren.
Kanzler des wiedervereinigten Deutschlands
Am 17. Januar 1991 wählte der Deutsche Bundestag Kohl zum dritten Mal zum Deutschen Bundeskanzler, nachdem er sich bei der Bundestagswahl 1990 gegen den saarländischen Ministerpräsidenten und damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine durchgesetzt hatte. Damit wurde er zum ersten Kanzler des wiedervereinigten Deutschlands.
Nach der knapp gewonnenen Bundestagswahl 1994 wurde Kohl erneut zum Bundeskanzler gewählt; diesmal setzte er sich gegen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping von der SPD durch. Die folgenden Jahre waren eher von außenpolitischen Erfolgen geprägt (Frankfurt am Main als Sitz für die neu geschaffene EZB, Euro-Einführung). Innenpolitisch zeichnete sich auch wegen des SPD-dominierten Bundesrats und der damit eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Bundesregierung eine Stagnation ab, die in die Wahlniederlage 1998 mündete.
Die Wahl gewann die SPD, die mit dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder als Kanzlerkandidat angetreten war. Die christlich-liberale Koalitionsregierung wurde infolgedessen von einer rot-grünen Koalition abgelöst, und Kohl wurde am 26. Oktober durch Bundespräsident Roman Herzog aus dem Amt entlassen. Kohl führte bis zum 27. Oktober 1998 nur noch eine geschäftsführende Bundesregierung.
Bei der Bundestagswahl 2002 bewarb sich Kohl nicht mehr um ein Bundestagsmandat.
Heutiges Engagement
Kohl engagiert sich für die Aufarbeitung der SED-Diktatur. 1996 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern und Förderern des Bürgerbüros Berlin, eines Vereins zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur, an dessen Gründung neben Bürgerrechtlern wie Bärbel Bohley und Jürgen Fuchs auch Persönlichkeiten wie Ignatz Bubis beteiligt waren. Seit 2003 ist er zudem Gründungsmitglied des Fördervereins der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.
ENG: Helmut Josef Michael Kohl (born 3 April 1930) is a German conservative politician and statesman. He was Chancellor of Germany from 1982 to 1998 (of West Germany between 1982 and 1990 and of the reunited Germany between 1990 and 1998) and the chairman of the Christian Democratic Union (CDU) from 1973 to 1998. His 16-year tenure was the longest of any German chancellor since Otto von Bismarck and oversaw the end of the Cold War and the German reunification. Kohl is widely regarded as one of the main architects of the German reunification and, together with French President François Mitterrand, the Maastricht Treaty, which contributed to the creation of the European Union.
Kohl and Mitterrand were the joint recipients of the Karlspreis in 1988. In 1998, Kohl was named Honorary Citizen of Europe by the European heads of state or government for his extraordinary work for European integration and cooperation, an honour previously only bestowed on Jean Monnet. In 1996, he won the prestigious Prince of Asturias Award in International Cooperation.
Kohl has been described as "the greatest European leader of the second half of the 20th century" by former U.S. Presidents George H. W. Bush and Bill Clinton.
Chancellor of West Germany - Rise to power
On 1 October 1982, the CDU proposed a constructive vote of no confidence which was supported by the FDP. The motion carried, and, on 4 October, the Bundestag voted in a new CDU/CSU-FDP coalition cabinet, with Kohl as the chancellor. Many of the important details of the new coalition had been hammered out on 20 September, though minor details were reportedly still being hammered out as the vote took place.
Though Kohl's election was done according to the Basic Law, some voices criticized the move as the FDP had fought its 1980 campaign on the side of the SPD and even placed Chancellor Schmidt on some of their campaign posters. Some voices went as far as denying that the new government had the support of a majority of the people. To answer this question, the new government aimed at new elections at the earliest possible date.
Since the Basic Law is restrictive on the dissolution of parliament, Kohl had to take another controversial move: he called for a confidence vote only a month after being sworn in, in which members of his coalition abstained. The ostensibly negative result for Kohl then allowed President Karl Carstens to dissolve the Bundestag in January 1983.
The move was controversial as the coalition parties denied their votes to the same man they had elected Chancellor a month before and whom they wanted to re-elect after the parliamentary election. However, this step was condoned by the German Federal Constitutional Court as a legal instrument and was again applied (by SPD Chancellor Gerhard Schröder and his Green allies) in 2005.
The second cabinet
In the federal elections of March 1983, Kohl won a smashing victory. The CDU/CSU won 48.8%, while the FDP won 7.0%. Some opposition members of the Bundestag asked the Federal constitutional court to declare the whole proceedings unconstitutional. It denied their claim.
The second Kohl cabinet pushed through several controversial plans, including the stationing of NATO midrange missiles, against major opposition from the peace movement.
On 24 January 1984, Kohl spoke before the Israeli Knesset, as the first Chancellor of the post-war generation. In his speech, he used liberal journalist Günter Gaus' famous sentence that he had "the mercy of a late birth" ("Gnade der späten Geburt").
On 22 September 1984 Kohl met the French president François Mitterrand at Verdun, where the Battle of Verdun between France and Germany had taken place during World War I. Together, they commemorated the deaths of both World Wars. The photograph, which depicted their minutes long handshake became an important symbol of French-German reconciliation. Kohl and Mitterrand developed a close political relationship, forming an important motor for European integration. Together, they laid the foundations for European projects, like Eurocorps and Arte. This French-German cooperation also was vital for important European projects, like the Treaty of Maastricht and the Euro.
In 1985, Kohl and US President Ronald Reagan, as part of a plan to observe the 40th anniversary of V-E Day, saw an opportunity to demonstrate the strength of the friendship that existed between Germany and its former foe. During a November 1984 visit to the White House, Kohl appealed to Reagan to join him in symbolizing the reconciliation of their two countries at a German military cemetery. As Reagan visited Germany as part of the G6 conference in Bonn, the pair visited Bergen-Belsen concentration camp on 5 May, and more controversially the German military cemetery in Bitburg, discovered to hold 49 members of the Waffen-SS buried there.
In 1986, more controversy was caused by an essay published in the Frankfurter Allgemeine Zeitung on 25 April 1986 entitled "Land Without A History" written by one of Kohl's advisors, the historian Michael Stürmer, in which Stürmer argued that West Germany lacked a history to be proud of, and called for effort on the part of the government, historians and the media to build national pride in German history. Though Stürmer insisted that he was writing on behalf of himself and not in an official capacity as the Chancellor's advisor, many left-wing intellectuals claimed that Stürmer's essay also expressed Kohl's views.
The third cabinet
After the federal elections of 1987 Kohl won a slightly reduced majority and formed his third cabinet. The SPD's candidate for chancellor was the Minister-President of North Rhine-Westphalia, Johannes Rau.
In 1987, Kohl received East German leader Erich Honecker - the first ever visit by an East German head of state to West Germany. This is generally seen as a sign that Kohl pursued Ostpolitik, a policy of détente between East and West that had been begun by the SPD-led governments (and strongly opposed by Kohl's own CDU) during the 1970s. Following the breach of the Berlin Wall in 1989, Kohl's handling of the East German issue would become the turning point of his chancellorship.
The road to reunification
Taking advantage of the historic political changes occurring in East Germany, Kohl presented a ten point plan for "Overcoming of the division of Germany and Europe" without consulting his coalition partner, the FDP, or the Western Allies. In February 1990, he visited the Soviet Union seeking a guarantee from Soviet leader Mikhail Gorbachev that the USSR would allow German reunification to proceed. On 18 May 1990, he signed an economic and social union treaty with East Germany. Against the will of the president of the German federal bank, he allowed a 1:1 exchange rate for wages, interest and rent between the West and East Marks. In the end, this policy would seriously hurt companies in the new federal states. Together with Foreign Minister Hans-Dietrich Genscher, Kohl was able to resolve talks with the former Allies of World War II to allow German reunification and the expansion of the NATO into the former East German state. On 3 October 1990, the East German state was abolished and its territory reunified with West Germany. After the fall of the Berlin Wall, Kohl confirmed that historically German territories east of the Oder-Neisse line were definitively part of the Republic of Poland, thereby finally ending the West German territorial claims. In 1993, Kohl confirmed, in a treaty with the Czech Republic, that Germany would no longer bring forward territorial claims as to the pre-1945 ethnic German so-called Sudetenland. This was a disappointment for the German Heimatvertriebene, displaced persons.
Chancellor of reunified Germany
Reunification placed Kohl in a momentarily unassailable position. In the 1990 elections – the first free, fair and democratic all-German elections since the Weimar Republic era – Kohl won by a landslide over opposition candidate and Minister-President of Saarland, Oskar Lafontaine. He then formed his fourth cabinet.
After the federal elections of 1994 Kohl was narrowly re-elected. He defeated the Minister-President of Rhineland-Palatinate Rudolf Scharping. The SPD was however able to win a majority in the Bundesrat, which significantly limited Kohl's power. In foreign politics, Kohl was more successful, for instance getting Frankfurt am Main as the seat for the European Central Bank. In 1997, Kohl received the Vision for Europe Award for his efforts in the unification of Europe.
By the late 1990s, the aura surrounding Kohl had largely worn off amid rising. unemployment. He was heavily defeated in the 1998 federal elections by the Minister-President of Lower Saxony, Gerhard Schröder.
9. Oktober 2012



