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Cem Özdemir

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Deutscher Politiker - seit November 2008 einer zwei Bundesvorsitzenden der Partei Bündnis 90/Die Grünen. / German politician - co-chairman of the political party Alliance '90/The Greens.
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Biography

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GER: Cem Özdemir (* 21. Dezember 1965 in Bad Urach) ist ein deutscher Politiker und seit November 2008 neben Claudia Roth Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen.

 

Jugend, Bildungsweg und erste Berufstätigkeit (1965–1994)

Özdemirs Familie lebte in der Türkei als Angehörige der tscherkessischen Minderheit, sein Vater wanderte als Gastarbeiter nach Deutschland ein. Özdemir selbst wurde nach der Einwanderung in Deutschland geboren und nahm 1983 die deutsche Staatsbürgerschaft an. Nach der Mittleren Reife machte er eine Ausbildung zum Erzieher. Anschließend erwarb er die Fachhochschulreife und absolvierte ein Studium der Sozialpädagogik an der „Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen Reutlingen“ (heute Evangelische Hochschule Ludwigsburg), das er als Diplom-Sozialpädagoge (FH) beendete. Ab 1987 war Özdemir als Erzieher und freier Journalist tätig.

1981 wurde Özdemir Mitglied der Grünen. Er hat seine politische Heimat im Grünen-Kreisverband Ludwigsburg. Von 1989 bis 1994 war er im Grünen-Landesvorstand von Baden-Württemberg. 1992 zählte er zu den Mitbegründern von Immi-Grün – Bündnis der neuen InländerInnen.

 

Bundestagsabgeordneter und USA-Aufenthalt (1994–2004)

Bei der Bundestagswahl 1994 sowie erneut bei der Bundestagswahl 1998 wurde Özdemir über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag gewählt. Als Mitglied des Deutschen Bundestages war er ab 1998 innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Dieses Amt legte er am 26. Juli 2002 nieder, nachdem die Annahme eines Privatkredites über 80.000 DM vom PR-Berater Moritz Hunzinger und die private Verwendung dienstlich erworbener Bonus-Meilen bekannt wurden. Özdemir hatte die Annahme des Kredits öffentlich bedauert und angekündigt, den Betrag umgehend zurückzuzahlen. Sollte der damalige Zinssatz von 5,5 Prozent unter den üblichen Marktkonditionen gelegen haben, werde er die Differenz an ein Zentrum für Folteropfer spenden. Die Kandidatur für die Bundestagswahl 2002 konnte er wegen einer bereits erteilten Zustimmung nicht mehr zurückziehen, nach seiner Wiederwahl nahm er das Bundestagsmandat aber nicht an.

Nach dem Rücktritt als innenpolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion und seinem Rückzug als Bundestagsabgeordneter zog sich Özdemir eine Zeitlang aus der deutschen Öffentlichkeit zurück. 2003 trat er einen Auslandsaufenthalt in den USA als Transatlantic Fellow des German Marshall Fund of the United States an. In dieser Zeit hielt er neben anderen Vorträgen Brownbag-Lesungen an der University of Wisconsin zur Rolle der Türkei in Europa.

Im September 2004 war Cem Özdemir unter den Unterzeichnern eines von der neokonservativen US-amerikanischen Denkfabrik Project for the New American Century (PNAC) veröffentlichten Offenen Briefes an die Staatsoberhäupter und Regierungschefs von NATO und EU gegen die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

 

Europaabgeordneter (2004–2008)

Bei der Europawahl 2004 wurde Özdemir in das Europäische Parlament gewählt. Als Mitglied des Europäischen Parlaments gehörte er der Fraktion Die Grünen/EFA an. Er war Mitglied des Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Zudem war er stellvertretender Vorsitzender des nichtständigen Ausschusses zur behaupteten Nutzung europäischer Staaten durch die CIA für die Beförderung und das rechtswidrige Festhalten von Gefangenen (CIA-Ausschuss) sowie Mitglied der hochrangigen Kontaktgruppe Nordzypern, der interparlamentarischen Delegation EU-Türkei, der Anti-Racism and Diversity Intergroup. Als Europaabgeordneter setzte er sich unter anderem für den Eintritt der Türkei in die EU ein.

Özdemir ist Mitglied der Atlantik-Brücke und des Beirats der Atlantische Initiative. 2007 war er an der Gründung der europäischen Denkfabrik European Council on Foreign Relations beteiligt.

Als Europaabgeordneter übernahm Özdemir 2007 auch die Schirmherrschaft über den Christopher Street Day Stuttgart. Er ist offizieller Unterstützer des Bündnisses Freiheit statt Angst für Datenschutz und gegen staatliche Überwachung.

Zur Europawahl 2009 trat Özdemir nicht wieder an.

 

Parteivorsitzender (seit 2008)

Am 2. Juni 2008 kündigte Özdemir seine Kandidatur für den Bundesvorsitz seiner Partei als Nachfolger von Reinhard Bütikofer an. Gegenkandidat Özdemirs für die im November angesetzte Wahl war Volker Ratzmann, Grünen-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus von Berlin, der jedoch nach eigenen Angaben aus privaten Gründen seine Kandidatur am 4. September 2008 aufgab.

Vor der Wahl zum Bundesvorsitzenden bewarb sich Özdemir auf dem Landesparteitag der Grünen Baden-Württemberg um einen aussichtsreichen Listenplatz für die Bundestagswahl 2009. Er unterlag dabei in zwei Kampfkandidaturen seinen parteiinternen Gegenkandidaten. Nachdem ihm der baden-württembergische Landesverband der Grünen einen aussichtsreichen Listenplatz versagt hatte und er somit bei der Bundestagswahl 2009 nicht über einen Listenplatz abgesichert war, gelang ihm der Einzug in den 17. Deutschen Bundestag nicht. Bei seiner Bewerbung um ein Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I holte er 29,9 % der Erststimmen und verlor gegen den Gegenkandidaten Stefan Kaufmann (CDU), der 34,4 % erreichte. Trotz der Niederlage bei der Vergabe der Listenplätze für die Bundestagswahl hielt Özdemir an seiner Kandidatur für den Parteivorsitz fest. Am 15. November 2008 wurde Özdemir mit 79,2 Prozent der Delegiertenstimmen als einer von zwei Bundesvorsitzenden der Partei gewählt. Mitvorsitzende ist Claudia Roth. 2010 wurde Özdemir mit 88,5 Prozent in diesem Amt bestätigt.

Im Rahmen der Diskussionen über Verbesserungen in der Bildungspolitik schlug Özdemir 2010 vor, neben dem Erlernen der deutschen Sprache auch Türkisch-Unterricht in deutschen Schulen einzuführen und begründete dies damit, dass Kinder mit Migrationshintergrund „ihre Mehrsprachigkeit entfalten sollten“ betonte aber, dass die deutsche Sprache für Kinder, die in Deutschland leben und aufwachsen, „immer die wichtigste Sprache“ sein müsse.

 

Sonstiges

Im Juli 2011 trat Özdemir aus dem Vergabe-Komitee des Quadriga-Preises aus, um gegen die geplante und danach ausgesetzte Verleihung des Preises an Wladimir Putin zu protestieren.

 

Privates

Özdemir bezeichnete sich im Jahr 2008 in einem in englischer Sprache geführten Interview als „säkularen Muslim“. Der Politiker ist mit der aus Argentinien stammenden Journalistin Pia Maria Castro verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. 

 

Quelle

 

 

ENG: Cem Özdemir (born 21 December 1965, Bad Urach) is a German politician. He is co-chairman of the German political party Alliance '90/The Greens, together with Claudia Roth. He was a Member of Parliament of the German Bundestag between 1994 and 2002 and of the European Parliament between 2004 and 2009.

 

Life and work

Cem Özdemir is the son of a Turkish-Circassian gastarbeiter from Tokat, Turkey; in 1983 he acquired German citizenship. After graduating from a German Hauptschule and a Realschule Özdemir completed an apprenticeship, becoming an early childhood educator. After qualifying for advanced technical college entrance he studied social pedagogy at the Evangelical Technical College (Evangelische Fachhochschule für Sozialwesen) in Reutlingen, Germany. After completing his studies in 1987, Cem Özdemir worked as an educator and a freelance journalist.

Özdemir is a secular Muslim and is married to the Argentinean journalist Pia Maria Castro. Castro and Özdemir have two children, Mia Rasha and Vito Yunus.

In 2003 Cem Özdemir joined the German Marshall Fund of the United States in Washington, DC and Brussels as a Transatlantic Fellow. During his fellowship he gave various speeches and brown bag lectures at the University of Wisconsin-Madison, on the issue of Turkey and Europe.

He was named to Foreign Policy magazine's 2011 list of top global thinkers.

 

Political career - Party

Özdemir is a member of the Green Party since 1981, originally in the district chapter of Luwdigsburg. Between 1989 and 1994 he was a member in the State Executive (Landesvorstand) of the Green Party in Baden-Württemberg. During that time he was one of the founding members of „Immi-Grün – Bündnis der neuen InländerInnen“, an alliance of "InländerInnen", as opposed to the German word "Ausländer".

On June 2, 2008, Özdemir announced his candidacy for the chairmanship of his party. Özdemir's rival candidate was Volker Ratzman, leader of the Green parliamentary group in the Berlin House of Representatives, who eventually withdrew his candidacy on 4 September 2008 for personal reasons.

In the run-up to the party chairmanship elections, Özdemir also ran for a promising party list position for the Bundestag elections 2009 at the federal state party conference of Baden-Württemberg. In two separate runs he lost to his respective direct opponents. Nevertheless, Özdemir adhered to his candidacy for the party chairmanship.

Since 15 November 2008, Cem Özdemir is one of two chairmen of Alliance '90/The Greens. He received 79.2 percent of the delegate votes.

 

Bundestag

From 1994 until 2002, Özdemir was a member of the German Bundestag. From 1998 until 2002, he was the Green Party's Parliamentary Spokesman on Domestic Affairs.

In 2002, he was accused of violation of parliamentary regulations for retaining "Miles-and-More" airline miles accrued during official travel as a member of the Bundestag for personal use. He subsequently resigned as spokesman for domestic affairs and as a member of the Bundestag.

In 2009, Özdemir was not elected to the Bundestag. As a candidate in the constituency of South Stuttgart he reached 29.9%, but lost to Stefan Kaufmann, the candidate of the CDU.

 

European Parliament

From 2004 until 2009, Özdemir was a member of the European Parliament in the parliamentary group The Greens – European Free Alliance (Greens – EFA). During the time he was the group’s spokesperso. on foreign policy, a member of the Committee on Foreign Affairs and the European Parliament’s rapporteur on Central Asia. 

 

Source

 

 

3. Oktober 2012

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